Leise Töne an der BADENFAHRT

An der BADENFAHRT, dem überwältigenden, kreativen, historischen Fest, das Baden alle 10 Jahre veranstaltet, gibt es auch "leise Töne". Diese werden zum Beispiel im Kleinsttheater "Boschettli" in der Unteren Altstadt angeschlagen.

Am Samstag, 26. August, lese ich zweimal eine halbe Stunde, um 18 Uhr und um 20 Uhr, kleine Geschichten "mit Knalleffekt" (natürlich nicht zweimal dieselben).

Es empfiehlt sich, rechtzeitig dort zu sein.

Im Brugger General-Anzeiger erscheint am 3. 8. 17 meine Kolumne

Koffertausch


Jetzt ist es mir schon wieder passiert: Ich bin mit einem vertauschten Koffer unterwegs!

Thomas hat mir schon beim letztenmal gesagt, ich solle mir doch endlich einen Koffer kaufen, der nicht 08/15-Ware ist. Ich denke mir, der- oder diejenige, die meinen Koffer verwechselt hat, müsste doch bemerkt haben, wie er ausgebaucht ist. Aber vielleicht war es ja auch eine Frau, die wie ich notorisch zu viel einpackt.

Aber wenn es nun doch ein Mann ist? Was fängt der mit Strumpfhosen, Jupes und Büstenhaltern an?

Dabei habe ich mir extra ein neues Bikini und ein tolles Strandkleid gekauft. Na ja, war ja nicht besonders teuer. Und man kann alles ersetzen.

Mein erster Gang also zum Service-Center der Fluggesellschaft.

Da stocke ich. Eigentlich könnte ich mir ruhig zuerst den Inhalt „meines“ Koffers anschauen. Ich habe ja schon eine tolle Entdeckung gemacht beim letztenmal!

Das war damals ein Männer-Koffer – aber ganz offensichtlich nicht der eines Geschäftsmannes. Es gab darin weder Krawatten noch Hemden. Aber: einen Umhang aus blauglänzendem Stoff mit Sternenmuster, einen Hut, den man auseinanderklappen konnte, ein riesiges Messer in einer mit bunten Steinen besetzten Scheide, ein paar Kartonrollen, aus denen, als ich den Deckel wegzog, ein künstlicher Blumenstrauss heraussprang, eine Kristallkugel und noch viel Geheimnisvolles mehr!

Thomas meinte natürlich, ich müsse den Koffer unbedingt zurückgeben. Schliesslich sei das das Handwerkszeug eines Künstlers, und er werde sicher seine Auftritte absagen müssen, wenn ihm das alles fehle. Aber ich konnte mich schliesslich doch nicht trennen von diesen magischen Dingen, und so halte ich sie eben vor Thomas versteckt.

So, jetzt werde ich mich mal nach meinem Hotel umschauen. Ich stehe auf, nehme den Koffer fest in die Hand und marschiere damit durch den Zoll. Niemand hält mich auf, und ich blinzle vergnügt in die südliche Sonne.

Im Brugger General-Anzeiger erschien am 9. 3. 17 meine Kolumne


Das Lächeln einer Fremden


Sie sitzt mir im Zug vis-à-vis. Wir reisen gemeinsam Richtung Chur. Mein Reiseziel ist der Besuch meiner Enkel. Ihr Reiseziel kenne ich nicht.

Ich betrachte sie verstohlen, aber sehr interessiert: Eine ältere „Dame“, der dieses etwas antiquierte Wort gut ansteht. Sie verhält sich ganz ruhig, sitzt gerade und doch entspannt in ihrem Sitz und betrachtet scheinbar die Landschaft. Vielleicht sieht sie wie ich den tiefblauen See und die letzten Nebelschwaden, die darüber liegen. Vielleicht ist sie aber auch in Gedanken versunken, die sich ganz in ihrem Inneren abspielen und sich nicht spiegeln auf ihrem Gesicht.

Sie fiel mir sofort auf, als ich den Waggon betrat, und es zog mich magisch in ihre Nähe. Ihre Erscheinung faszinierte mich.

Aus dem Gesicht leuchtet eine innere Schönheit, die das Alter nicht zerstören kann. Die Augen sind von einem tiefen Blau und blicken klar und ruhig. Um den Mund spielt ein kaum wahrnehmbares Lächeln, das für mich ausdrückt, dass diese Frau „Ja“ sagt zu ihrem Leben, zu sich selbst.

Und dann ist da noch die dezente, elegante Kleidung, die sie umhüllt wie eine zweite Haut und zu ihr passt, als sei sie nur für sie gemacht: Ein feiner Pullover, der das Blau ihrer Augen aufnimmt, ein Jupe aus edlem Wollstoff, in dem sich das Blau des Pullovers als feiner Nadelstreifen wiederholt, und an den Füssen zierliche schwarze Lackschuhe, die einen ebenso zierlichen Fuss umschliessen.

Ich kann den Blick nicht von ihr wenden, wünschte mir, mehr von dieser Frau zu erfahren. Was hätte sie mir zu sagen? Was könnte uns verbinden?

Da wendet sie den Kopf vom Fenster ab und schaut mich an, mit diesem ruhigen, freundlichen Blick. Und dann lächelt sie. Und ich lächle zurück, und die Verbindung ist hergestellt ohne ein einziges Wort.

So zeigt sich manchmal das kleine Glück in der Begegnung mit einer verwandten Seele.

Die Weckgeschichten, die Ihrer Seele täglich einen positiven Schubs verpassen und Sie fröhlich in den Tag starten lassen. Hören Sie rein – es lohnt sich!

- Am 3. Februar 2017 und
- am 9. April 2017
kommen Sie in den Genuss meiner Geschichten.

Mit einem iPad, einem iPhone, einem Smartphone oder einem Table mit Android-Betriebssystem kommen Sie in den Genuss dieser 3-Minuten-Weckgeschichten (die Sie natürlich auch erst im Verlauf des jeweiligen Tages hören können) – für Fr 2.-- drei Monate lang. Alle Details finden Sie unter www.literiki.com.

Adventszauber 

Am Freitag, dem 16. Dezember, leuchtet Baden rund um die historischen Häuserzeilen der Unteren Altstadt im Glanz von unzähligen Kerzenlichtern. Die Menschen, die hier wohnen oder ein Gewerbe betreiben, haben sich viel einfallen lassen, um den Besuchern etwas Besonderes zu bieten. Details sind zu finden unter 

www.altstadtbaden.ch/wp-content/uploads/Advenszauber

Mit meinen wie immer leicht schrägen Geschichten bin ich an folgenden Orten zu Gast: 

um 15 Uhr, 16 Uhr und 17 Uhr
mit einer märchenhaften Schuhgeschichte
im Atelier Peter Fasnacht (Schuhgeschäft)

um 18 Uhr
mit einer Interpretation von Sergej Rachmaninovs Klavierkonzert
im Malatelier Fisch im Wind, Kronengasse 

um 20.30 Uhr 
mit Verträumtem und Erträumtem
im Historischen Museum
eingerahmt von besinnlicher Harfenmusik um 20 und 21 Uhr
 

Das Blaue Wunder 

Erotische Geschichten zur Nacht

am Samstag, 10. Dezember 2016 um 23 Uhr
in der UnvermeidBar Baden, Rathausgasse 22
Weihnachtsgeschichten der etwas schrägen Art
mit Dorothea Burkhard am Cello
 

am Montag, 5. Dezember 2016, um 14.30 Uhr
am Seniorentreff im Restaurant "Roter Turm", Rathausgasse 5

Alle interessierten älteren Menschen sind herzlich dazu eingeladen.